Justieren von Dysbalancen in Essen

Hier kommt das geschulte Auge des Physiotherapeuten ins Spiel. Ausgangspunkt ist oft das Becken, bereits da entstehen schon kleinste Verschiebungen, die sich negativ auf andere Gelenke auswirken können. Wir reden auch hier in der Fachsprache von Auf/Absteigenden Kettenreaktionen. 

Warum macht das Sinn?

  • Um schlimmere Folgen frühzeitig auszuschließen
  • Als Prophylaxe vor der eigentlichen Therapie
  • Um dem Patienten vorab einen Status Quo zu geben
  • Bei Sportler um Probleme zu vermeiden 

Welche Patienten brauchen das?

  • Leistungssportler mit Fehlhaltungen
  • Rückenpatienten mit Beschwerden
  • mit schlechtem Gangbild
  • nach Operationen (Hüfte und Knie)

Was ist eine muskuläre Dysbalance?

An einem Gelenk wirken zwei Muskeln in gegenläufiger Funktion – Agonist und Antagonist. Wenn diese Muskeln in Bezug auf ihre Kraft, Dehnbarkeit und Länge nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, spricht man von einer muskulären Dysbalance. Weitere typische Dysbalancen im Körper betreffen zum Beispiel den Rumpf: Eine muskuläre Dysbalance im Wirbelsäulenbereich kann etwa als verstärktes Hohlkreuz, Rundrücken oder schiefe Haltung sichtbar werden. Unsere Körperhaltung liefert in vielen Fällen erste Hinweise auf das Vorliegen muskulärer Dysbalancen.

Ein stark nach vorne gekipptes Becken kann zum Beispiel durch zu starke Beinstrecker zustande kommen, ein ausgeprägtes Hohlkreuz aus einem Ungleichgewicht von Bauch- und Rückenmuskulatur resultieren, und verkürzte Brustmuskeln können zu einem Rundrücken mit nach vorne gedrehten Schultern führen. Gerade der Bereich des unteren Rückens ist anfällig. Dort äußert sich die muskuläre Dysbalance oft in Ziehen, Steifigkeit oder wiederkehrenden Schmerzen. 

Um muskuläre Dysbalancen eindeutig zu diagnostizieren, sind jedoch Muskelfunktionstests (z. B. nach Janda) oder Krafttests nötig, durch die das Verhältnis der Muskelkräfte von Agonist und Antagonist bestimmt wird.